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Rimbacher Kapellenweg

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Rimbacher Kapellenweg

Rimbach gilt als uralte Siedlung. Sie soll im Rahmen der Missionstätigkeit des Klosters Chammünster entstanden sein und einer jener "-bach" Orte, die namensmäßig dem 9. Jahrhundert zugewiesen werden. Das Kirchenpatronat des Erzengels St. Michael lässt ebenfalls auf ein hohes Alter schließen. Der Sage nach war der Kirchenbau auf dem naheliegenden Aignhof geplant.

Das Bauholz sei jedoch von Engeln auf einen Hügel gebracht worden, auf dem sich eine heidnische Opferstätte befunden habe. Die erste Kirche wurde ein Opfer des Hussitensturmes. Die nächste (erbaut 1438) versank im Dreißigjährigen Krieg. Nach der Jahreszahl im Chorbogen wurde der heutige alte Kirchenbau 1719 beendet. Einige Heiligenfiguren in der Pfarrkirche weisen auch heute noch auf die Verbundenheit zwischen den Menschen und ihrem Glauben hin. Die beiden Standfiguren am Hochaltar zeigen links den HL. Sebastian und rechts St. Rochus.
Beide sind Pestpatrone und wurden wohl als Dank für die zu Ende gegangenen Pestseuche aufgestellt. Im Altarblatt ist der Kirchenpatron St. Michael aufgemalt, wie er siegreich gegen die höllischen Geister streitet. Auf dem rechten Seitenaltar im älteren Teil der Kirche trohnt unter einem Baldachin St. Leonhard, Schutzherr der Gefangenen und des Viehs , darüber St. Wendelin, ebenfalls ein Schutzpatron für das Vieh. Die beiden Figuren links und rechts am Altar stellen die Wetterpatrone Johannes und Paulus dar. Diese Heiligen wurden bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts besonders verehrt, da das Dorf bis dahin fast ausschließlich landwirtschaftlich geprägt war. Neben der Pfarrkirche steht die Seelenkapelle (erbaut 1735). Sie enthält ein Bild der schmerzhaften Mutter Gottes, welches früher Ziel von Wallfahrten war. Das Deckengemälde zeigt die Armen Seelen im Fegefeuer, unter denen das Gesicht eines in der damaligen Zeit diensttuenden Lehrers ist. 

Wenn Sie nun den Kirchberg verlassen wollen, vorbei am Kriegerdenkmal Richtung Hotel "Bayerischer Hof" gehen, erreichen sie rechts nach dem Hotelparkplatz den Fußgängerweg. Hier treffen Sie auf die Familiengedenkstätte Gsellhofer. Zur Erinnerung an die verstorbenen Angehörigen errichtete die Familie ein Kreuz und Gedenktafeln. Nur ein kleines Stück weiter biegen Sie rechter Hand in den Falkenweg ein. Nach dem Ende der Asphaltstraße liegt linker Hand, hinter einer Gruppe von Bäumen und Sträuchern, ein sogenanntes "Marterl". Ein "Marterl" kann ein Kreuz oder eine Gedenktafel sein und soll an den erinnern, der an dieser Stelle tödlich verunglückte; in diesem Fall an den hier verstorbenen Georg Pielmeier. Der Landwirt brachte mit einem Ochsengespann die Saat auf das Feld aus und wurde von den Tieren tödlich verletzt, als diese in Panik gerieten.

Wieder zurück auf dem Fußgängerweg entlang der Hauptstraße gelangen Sie zu einer Kapelle mit nebenstehenden Gedenksteinen. Die Kapelle wurde von der Fam. Mühlbauer erbaut. Auf dem Gedenkstein stehen die Namen derer, die auf der vorbeiführenden Aubergstraße tödlich Verunglückten. Gegenüber, auf der anderen Straßenseite, der Abzweigung nach Thenried steht ein hölzernes Kruzifix, mit einem sehr schön gearbeiteten Christus, der vom Schreinermeister Johann Bachl geschnitzt wurde. Von ihm stammen auch die Schnitzarbeiten am Tischaltar in der Pfarrkirche.

Von hier aus geht es links in die Wiedenhofstraße, auf deren rechten Seite eine große Totenbrettergruppe steht. Diese Totenbretter hatten ihren Ursprung in früherer Zeit, als es noch keine Leichenhäuser gab und der Verstorbene Zuhause aufgebahrt wurde. Das geschah auf einem Brett, dass später der Schreiner ausarbeitete, bemalte und mit den Personalien und einen frommen Spruch versah. Die Angehörigen stellten es dann neben Wegkreuzen oder Kapellen auf. Dort mahnen diese Totenbretter den Vorübergehenden zu einem stillen Gedenken. Ursprünglich wurden hier Totenbretter der Verstorbenen des naheliegenden Bauernhofes aufgestellt.

Damit dieses Brauchtum nicht in Vergessenheit gerät, hat diese Totenbrettergruppe der örtliche Trachtenverein übernommen. Er stellt neue Totenbretter für verstorbene Mitglieder auf und hält jährlich ein Totengedenken. In früherer Zeit führte von hier aus ein Kreuzweg zu dem Waldhügel, auf dem drei Kreuze standen. Deshalb spricht man noch heute vom Kalvarienberg. Weiter entlang der Wiedenhofstraße, vorbei an zwei Teichen, steht beim Anwesen Silberbauer auf der rechten Straßenseite eine kleine Kapelle. Diese wurde 1983 erbaut. Der Erbauer brachte mit dem Bau dieser Kapelle seine Dankbarkeit für Gottes Hilfe in familiärer Not und für eine gute Kriegsheimkehr zum Ausdruck. Nach ca. 200 Metern gibt es am Rand der Straße noch ein Flurkreuz zu sehen. Diese Kruzifixe zeugen von einer tiefen Religiösität der Menschen. Sie sollen den Vorübergehenden an unseren Schöpfer erinnern. 

Bis herein in unsere Zeit war es üblich sich zu bekreuzigen oder kurz zu verweilen, wenn man an einem dieser Kreuze vorbei kam.
Nun gehen Sie ca. 100 Meter zurück, bis Sie links in einen Feldweg einbiegen können. Diesem folgen Sie vorbei an der Abzweigung "Rimbacher Panoramaweg", entlang des Waldrandes und gelangen linker Hand in den Wald. Wenn Sie nun links den Wegweiser zur Waldkapelle folgen, erreichen Sie die "Hölzerne Kapelle". Sie wurde von der Familie Hofmann aus Thürnhofen erbaut. Die alte Kapelle, die an dieser Stelle stand, stammte aus dem Jahre 1822. Das Votivbild in der Kapelle zeigt eine Viehherde, die von der Mutter Gottes beschützt wird und lässt vermuten, dass die Kapelle aus Dank für eine vorübergegangene Viehseuche gebaut wurde. 

Nun gehen Sie ca. 150 Meter zurück und folgen rechts dem schmalen Weg bis zur nächsten Wegkreuzung. Links führt der Weg zurück ins Dorf. Wenn Sie dem Weg rechts folgen, steht unmittelbar nachdem Sie abgebogen sind rechts das sogenannte Mesnerkreuz. Dieses weitere Flurkreuz hat seinen Namen vom Wald des Mesners (= Kirchendiener) in dem es aufgestellt wurde.

Bis in die 50er Jahre herein wurde der Weg zur Sonntagsmesse von vielen zu Fuß gegangen. Dieser Standort im Wald wurde wahrscheinlich gewählt, da die Bewohner von Thürnhofen an diesem Kreuz auf ihrem Kirchgang vorbeikamen.

Gehen Sie nun weiter den Weg bergab und biegen dann bei der nächsten Wegkreuzung links ein. Weiter entlang des Forstweges erreichen Sie eine Asphaltstraße; dieser folgen Sie nun nach links, bis Sie das Waldgebiet wieder verlassen haben. Hier befindet sich rechts an der Straße die "Kümmerniskapelle". Es handelt sich hier um die restaurierte und wiederaufgebaute hölzerne Kapelle von 1822, deren Nachfolgerin sie vorher besichtigt haben. Ihren Namen erhielt diese Kapelle durch das Votivtäfelchen, auf dem die heilige Kümmernis abgebildet ist. Dieser Ort für Hilfe- und Trostsuchende ist auch jedes Jahr der Endpunkt der Fronleichnamsprozession, wo der Gottesdienst stattfindet. 

Vorbei an der Familiengedenkstätte Mühlbauer (Erstes Haus rechts der Straße) und einem weiteren Wegkreuz gelangen Sie wieder zurück ins Dorf. In mancher Giebelwand der Häuser ist eine Muttergottesstatue aufgestellt, wodurch die Erbauer der Häuser ihre tiefe Verehrung gegenüber der Schutzpatronin Bayerns zum Ausdruck bringen (z.B. Bachstraße 13 oder 3 Häuser weiter links, Bachstraße 8). 

Schwierigkeitsgrad Höhenunterschied Länge Gehzeit
leicht bis mittel 150 m 5 km 2,5 Stunden
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